Politische Transparenz · Deutschland

Wofür gibt Deutschland dein Steuergeld aus?

Die großen Ausgabenposten der letzten fünf Jahre (2021–2026): Wo Projekte teurer wurden als geplant, wo Geld verschwendet wurde, was länger dauert als versprochen, was tatsächlich gewirkt hat — und wohin Steuergeld im Ausland fließt.

Quellen: bundestag.de · bundesregierung.de · bundesrechnungshof.de · bundeshaushalt.de (BMF) · bmz.de
Hinweis zur Methodik (zum Lesen aufklappen) Alle Zahlen stammen aus offiziellen Quellen — Deutscher Bundestag (Pressedienst „heute im bundestag", Drucksachen), Bundesregierung, Bundesministerien, dem Haushaltsportal des Bundesfinanzministeriums (bundeshaushalt.de) sowie dem Bundesrechnungshof als unabhängiger externer Finanzkontrolle des Bundes. Bewertungen wie „Verschwendung" geben die Prüfungsergebnisse des Bundesrechnungshofs wieder, keine eigene Meinung. Beträge sind teilweise gerundet („rund"). Diese Seite erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Stand: Juli 2026. Für eigene Recherchen: bundeshaushalt.de · bundesrechnungshof.de
Die großen Posten des Bundeshaushalts
Der Bund gibt pro Jahr rund eine halbe Billion Euro aus — so verteilt sich das Geld
bundeshaushalt.de (BMF)
≈500Mrd € Haushalt/Jahr
190Mrd € Soziales 2025
100Mrd € Bundeswehr-Fonds
≈30Mrd € Ausland (ODA)
Bundeshaushalt 2025 (Soll) · rund 503 Mrd. €
So verteilt sich ein Jahreshaushalt — prozentual
  • Arbeit & Soziales — 190 Mrd. € (≈ 37,8 %)
  • Verteidigung — 53 Mrd. € (≈ 10,6 %)
  • Verkehr & Digitales — 50 Mrd. € (≈ 9,9 %)
  • Zinsen auf Bundesschulden — rund 30 Mrd. € (≈ 6 %)
  • Bildung & Forschung — 22 Mrd. € (≈ 4,4 %)
  • Gesundheit — rund 16 Mrd. € (≈ 3,2 %)
  • Familie, Senioren, Frauen & Jugend — rund 14 Mrd. € (≈ 2,8 %)
  • Inneres & Heimat — rund 14 Mrd. € (≈ 2,7 %)
  • Wirtschaft & Klimaschutz — rund 11 Mrd. € (≈ 2,2 %)
  • Entwicklungszusammenarbeit (BMZ) — rund 10 Mrd. € (≈ 2 %)
  • Ernährung & Landwirtschaft — rund 7 Mrd. € (≈ 1,4 %)
  • Wohnen & Bauen — rund 7 Mrd. € (≈ 1,3 %)
  • Auswärtiges Amt — rund 6 Mrd. € (≈ 1,2 %)
  • Sonstige (Umwelt, Justiz, Finanzverwaltung, Versorgung …) — rund 73 Mrd. € (≈ 14,5 %)

Alle Ressorts ab rund 1 % einzeln aufgeführt (Soll-Werte 2025, gerundet). Einträge mit ↓ führen per Klick zu den passenden Ausgaben weiter unten. Auffällig: Für Bildung & Forschung und Gesundheit zusammen gibt der Bund weniger aus als ein Fünftel des Sozialetats.

Quelle: bundeshaushalt.de — Haushaltsportal des BMF
Wohin das Geld fließt — Überblick
Bundeshaushalt · Soll 2025
Größter Posten: Arbeit und Soziales — rund 190 Mrd. € pro Jahr
Mehr als ein Drittel des gesamten Bundeshaushalts fließt in den Etat für Arbeit und Soziales (2025: rund 190 Mrd. €). Etwa drei Viertel davon gehen in Rentenzahlungen und Grundsicherung im Alter, der Rest u. a. in Bürgergeld und Wohngeld.
Einordnung: Sozialausgaben und (stark steigende) Zinszahlungen sind die Haupttreiber des Haushaltswachstums. Danach folgen Verteidigung (2025: über 53 Mrd. € im Kernhaushalt) und Verkehr (rund 50 Mrd. €).
Quelle: bundestag.de — heute im bundestag
Einordnung
Verteidigung · beschlossen 2022
Sondervermögen Bundeswehr: 100 Mrd. € — Ende 2024 vollständig verplant
2022 beschloss der Bundestag per Grundgesetzänderung ein kreditfinanziertes Sondervermögen von 100 Mrd. € für die Bundeswehr. Größte Einzelbeschaffung: 35 Kampfjets vom Typ F-35 für rund 10 Mrd. € (inkl. Bewaffnung und Wartung).
Einordnung: Bis Ende 2024 waren alle Mittel vertraglich gebunden. Der Bundesrechnungshof kritisierte die anfangs „hastige Planung"; die Zinskosten des Sondervermögens trägt zusätzlich der Bundeshaushalt.
Quelle: bundestag.de — heute im bundestag
Einordnung
Infrastruktur · beschlossen 2025
Sondervermögen Infrastruktur: 500 Mrd. € über 12 Jahre
Im März 2025 beschlossen Bundestag und Bundesrat per Grundgesetzänderung ein kreditfinanziertes Sondervermögen von 500 Mrd. € für Infrastruktur und Klimaneutralität — für Verkehrswege, Brücken, Energienetze, Bildung und Krankenhäuser; 100 Mrd. € davon sind für die Länder vorgesehen.
Warum ist davon noch nicht alles genutzt? Die 500 Mrd. € sind kein Jahresbudget, sondern eine Kreditermächtigung über zwölf Jahre (bis 2036). Das Geld liegt nicht auf einem Konto, sondern darf erst als Kredit aufgenommen und ausgegeben werden, wenn konkrete Projekte beschlossen und im jährlichen Wirtschaftsplan veranschlagt sind — Planung, Beantragung und Bewilligung brauchen Zeit, gerade bei Bauprojekten. Bisher ist deshalb erst ein kleiner Teil abgeflossen. Ob die Mittel wirklich zusätzlich investiert werden oder nur reguläre Haushaltsausgaben ersetzen, beobachtet u. a. der Bundesrechnungshof kritisch.
Quelle: bundesregierung.de
Einordnung
Gesundheit · Etat 2024/2025
Gesundheitsetat: 16–19 Mrd. € — der Löwenanteil stützt die Krankenversicherung
Vom Gesundheitsetat des Bundes (2024: 16,7 Mrd. €, 2025: rund 19,3 Mrd. €) ist der mit Abstand größte Posten der gesetzlich festgeschriebene Bundeszuschuss von 14,5 Mrd. € an die gesetzliche Krankenversicherung. In der Pandemie kamen Sonderzuschüsse dazu: 3,5 Mrd. (2020), 5 Mrd. (2021), 14 Mrd. (2022) und 2 Mrd. € (2023) — plus Ausgleichszahlungen an Krankenhäuser, Tests und Impfungen.
Einordnung: Der Steueranteil wirkt klein, weil das Gesundheitssystem überwiegend aus Beiträgen der Versicherten finanziert wird (gesetzliche Krankenversicherung: über 300 Mrd. € pro Jahr — das sind Beiträge, kein Steuergeld). Der Bundeshaushalt zeigt nur den Steuer-Zuschuss obendrauf.
Quelle: bundestag.de — heute im bundestag / Bundesrechnungshof, Einzelplan 15
Einordnung
Energiekrise · Einstieg 2022
Uniper-Rettung: 13,5 Mrd. € Staatseinstieg — Rückzahlung läuft
Zur Sicherung der Gasversorgung übernahm der Bund 2022 den Energiekonzern Uniper und investierte rund 13,5 Mrd. € (dazu Kreditlinien der staatlichen KfW). Uniper hatte 2022 über 19 Mrd. € Verlust gemacht.
Einordnung: Bis 2024 flossen rund 3,1 Mrd. € an den Bund zurück; bis 2028 muss der Bund seine Beteiligung auf EU-Vorgabe weitgehend verkaufen. Ob am Ende ein Verlust oder Gewinn für die Steuerzahler steht, ist noch offen.
Quelle: dip.bundestag.de — Dokumente des Bundestags
Einordnung
Großprojekte: teurer als geplant
Bahn · Stuttgart 21 · Baubeginn 2010
Stuttgart 21: von 4,5 auf rund 14,5 Mrd. € — Eröffnung Jahre verschoben
Der Tiefbahnhof war 2010 mit rund 4,5 Mrd. € veranschlagt. Inzwischen rechnet die bundeseigene Deutsche Bahn mit rund 14,5 Mrd. €. Die für Ende 2026 geplante Eröffnung wurde erneut abgesagt; der neue Hauptbahnhof soll nun in Stufen bis in die 2030er-Jahre in Betrieb gehen.
Mehrkosten: mehr als das Dreifache der ursprünglichen Planung — über 10 Mrd. € zusätzlich. Der Bundesrechnungshof warnt seit Jahren, dass Risiken des Projekts beim Bund und der bundeseigenen DB hängen bleiben.
Quelle: bundesrechnungshof.de — Prüfberichte zu Stuttgart 21
Mehrkosten
Hauptstadtflughafen · Baubeginn 2006 · eröffnet 2020
Flughafen BER: rund 7 statt 2 Mrd. € — und 9 Jahre Verspätung
Der 2020 eröffnete Hauptstadtflughafen sollte ursprünglich rund 2 Mrd. € kosten und 2011 öffnen. Am Ende standen rund 7 Mrd. € und 9 Jahre Verspätung. Gesellschafter sind Berlin, Brandenburg und der Bund (26 %), die mehrfach mit Milliarden nachschießen mussten.
Mehrkosten: mehr als das Dreifache der Planung. Auch nach der Eröffnung war die Flughafengesellschaft auf staatliche Zuschüsse und Darlehen angewiesen, die der Haushaltsausschuss des Bundestages freigeben musste.
Quelle: bundestag.de — Haushaltsausschuss / heute im bundestag
Mehrkosten
Energie · LNG · gebaut 2022–2023
LNG-Terminals: rund 9 Mrd. € — deutlich mehr als zunächst angesetzt
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine baute der Bund in Rekordzeit Flüssiggas-Terminals (Wilhelmshaven in unter einem Jahr). Laut Antwort der Bundesregierung an den Bundestag kosten die Standorte samt Charter der Spezialschiffe aber rund 9 Mrd. € — ein Vielfaches der ersten Ansätze von unter 3 Mrd. €.
Mehrkosten: rund 6 Mrd. € über den ursprünglichen Planungen. Positiv: Die Versorgungssicherheit im Winter 2022/23 wurde erreicht — Tempo ging hier klar vor Kostendisziplin.
Quelle: bundestag.de — heute im bundestag
Mehrkosten
Wasserstraßen · geprüft 2025
Moselschleusen-Ausbau: 855 Mio. € für zu wenig Nutzen
Der geplante Ausbau von sieben Moselschleusen soll 855 Mio. € kosten. Der Bundesrechnungshof stellt in seinen Bemerkungen 2025 fest: Das Projekt ist angesichts der erwarteten Transportmengen weder notwendig noch wirtschaftlich.
Bewertung des Bundesrechnungshofs: Kosten und Nutzen stehen in keinem angemessenen Verhältnis — das Geld wäre an anderer Stelle wirksamer eingesetzt.
Quelle: bundesrechnungshof.de — Bemerkungen 2025
Unwirtschaftlich
Verschwendung & Fehlschläge — Prüfungsergebnisse des Bundesrechnungshofs
Gesundheit · Corona · beschafft 2020–2021
Masken-Beschaffung: 5,9 Mrd. € — über zwei Drittel nie genutzt
Das Bundesgesundheitsministerium kaufte in der Pandemie 5,7 Milliarden Schutzmasken für rund 5,9 Mrd. € — weit über den Bedarf. Bis Ende 2023 wurde weniger als ein Drittel im Inland verteilt; 2023 wurden 1,2 Milliarden Masken wegen abgelaufener Haltbarkeit vernichtet.
Bundesrechnungshof: „Weit über Bedarf beschafft, kaum Nutzen" — völlig fehlende Mengensteuerung. Dazu kamen bis Ende 2024 rund 517 Mio. € Folgekosten und laufende Klagen von Lieferanten mit Streitwert von rund 2,3 Mrd. €.
Quelle: bundesrechnungshof.de — Bericht zur Maskenbeschaffung
Verschwendung
Verkehr · Vergabe 2018 · Entschädigung 2023
Geplatzte Pkw-Maut: 243 Mio. € Entschädigung für nichts
Die 2019 vom Europäischen Gerichtshof gestoppte Pkw-Maut wurde nie eingeführt — die bereits gekündigten Betreiberfirmen klagten. 2023 einigte sich der Bund im Schiedsverfahren auf 243 Mio. € Entschädigung; der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmte zu. Dazu kamen Projekt- und Beratungskosten des Ministeriums.
Verschwendung: eine Viertelmilliarde Euro Steuergeld für ein Projekt, das nie in Betrieb ging. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages befasste sich mit der vorzeitigen Vertragsvergabe.
Quelle: dip.bundestag.de — Dokumente des Bundestags
Verschwendung
Wirtschaftsförderung · Zusage 2024 · Insolvenz 2025
Northvolt-Pleite: rund 600 Mio. € Staatshilfe, Großteil wohl verloren
Für die geplante Batteriefabrik in Schleswig-Holstein reichte die staatliche KfW 2024 eine Wandelanleihe über 600 Mio. € an den schwedischen Hersteller Northvolt aus — Bund und Land bürgten je zur Hälfte. 2025 ging Northvolt insolvent.
Fehlschlag: Aus der Insolvenz flossen bislang 153 Mio. € zurück, weitere Rückflüsse sind möglich — es dürfte aber ein Verlust von mehreren hundert Millionen Euro für die Steuerzahler bleiben. Der Bundesrechnungshof prüfte die Risikoprüfung des Bundes.
Quelle: dip.bundestag.de — Dokumente des Bundestags
Fehlschlag
Zoll · geprüft 2025
35 Mio. € für über 17.000 ungeeignete Spezial-Smartphones
Das Bundesfinanzministerium beschaffte für den Zoll mehr als 17.000 Spezial-Smartphones für 35 Mio. €. Laut Bemerkungen 2025 des Bundesrechnungshofs erwiesen sich die Geräte als ungeeignet für die geplante verschlüsselte Kommunikation.
Bundesrechnungshof: Fehlbeschaffung — die Geräte können ihren Hauptzweck nicht erfüllen.
Quelle: bundesrechnungshof.de — Bemerkungen 2025
Verschwendung
Bundeswehr · geprüft 2025
Fregatten-Modernisierung: mindestens 20 Mio. € zu viel gezahlt
Bei der Modernisierung von vier Fregatten wurde auf eine öffentliche Ausschreibung für die Unterbringung der Besatzungen verzichtet. Ergebnis laut Bundesrechnungshof: mindestens 20 Mio. € unnötige Mehrausgaben. Zusätzlich kritisierten die Prüfer ausufernde Privatabrechnungen einzelner Ärzte in Bundeswehrkrankenhäusern.
Bundesrechnungshof: vermeidbare Mehrkosten durch fehlenden Wettbewerb — ein wiederkehrendes Muster bei Beschaffungen des Bundes.
Quelle: bundesrechnungshof.de — Bemerkungen 2025
Verschwendung
Subventionen · seit 2006 · geprüft 2025
Steuerbonus für Handwerkerleistungen: milliardenschwer, aber wirkungslos
Die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen kostet den Staat jedes Jahr Milliarden. Der Bundesrechnungshof stellt fest: Sie erreicht weder ihr Ziel, Handwerk und Mittelstand zu stärken, noch reduziert sie Schwarzarbeit — die Mitnahmeeffekte sind erheblich.
Bundesrechnungshof: eine „unwirksame Subvention" — die Prüfer empfehlen die Abschaffung als eines der größten kurzfristigen Einsparpotenziale.
Quelle: bundesrechnungshof.de — Bemerkungen 2025
Unwirksam
Viel länger als geplant
Digitalisierung · Gesetz 2017 · Frist 2022
Digitale Verwaltung (OZG): Frist Ende 2022 — Ziel „deutlich verfehlt"
Nach dem Onlinezugangsgesetz sollten Bund und Länder bis Ende 2022 ihre Verwaltungsleistungen online anbieten. Trotz Milliardenaufwand war zum Stichtag nur ein Bruchteil flächendeckend verfügbar; der Bundesrechnungshof urteilte: „Ziel deutlich verfehlt" und sah das Bundesinnenministerium in seiner Steuerungsrolle gescheitert.
Stand: Mit dem OZG-Änderungsgesetz läuft die Digitalisierung weiter — Jahre hinter dem gesetzlichen Zeitplan. Deutschland liegt bei digitalen Behördengängen im EU-Vergleich weiter hinten.
Quelle: bundesrechnungshof.de — Bericht zum OZG
Verzögert
Bildung · Laufzeit 2019–2024
Digitalpakt Schule: 6,5 Mrd. € — Mittel flossen jahrelang schleppend
Mit dem Digitalpakt stellte der Bund ab 2019 insgesamt 6,5 Mrd. € für die Digitalisierung der Schulen bereit. Der Mittelabfluss kam wegen komplizierter Antragsverfahren jahrelang nur schleppend voran; erst gegen Ende der Laufzeit 2024 war der Großteil gebunden. Der Anschluss („Digitalpakt 2.0") verzögerte sich ebenfalls.
Stand: Geld war da, kam aber nur langsam in den Klassenzimmern an — ein wiederkehrendes Problem bei Bund-Länder-Programmen.
Quelle: dip.bundestag.de — Dokumente des Bundestags
Verzögert
Familie · geplant 2021–2024
Kindergrundsicherung: jahrelang geplant, nie eingeführt
Die Kindergrundsicherung war ein zentrales Projekt der Ampel-Koalition (2021–2024). Nach langem Streit — u. a. über bis zu 5.000 zusätzliche Verwaltungsstellen, die auch der Bundesrechnungshof hinterfragte — wurde das Gesetz nie beschlossen. Die Planungs- und Abstimmungskosten blieben ohne Ergebnis.
Stand: Das Vorhaben wurde nach dem Regierungswechsel 2025 nicht weiterverfolgt; einzelne Verbesserungen (z. B. Kinderzuschlag) wurden separat umgesetzt.
Quelle: dip.bundestag.de — Dokumente des Bundestags
Nicht abgeschlossen
Wo Steuergeld nachweislich gewirkt hat
Verkehr · seit Mai 2023
Deutschlandticket: rund 14,5 Mio. Nutzer für 3 Mrd. € pro Jahr
Seit Mai 2023 gibt es das bundesweite Nahverkehrsticket (Start: 49 €, seit 2026: 63 €/Monat). Bund und Länder finanzieren es mit je 1,5 Mrd. € pro Jahr — inzwischen vertraglich zugesichert bis 2030. Rund 14,5 Millionen Menschen nutzen es.
Wirkung: massive Tarifvereinfachung im gesamten ÖPNV, geschätzt rund 2,5 Mio. Tonnen CO₂-Einsparung pro Jahr — eines der meistgenutzten Ergebnisse von Steuergeld der letzten Jahre.
Quelle: bundesregierung.de
Wirksam
Energie · seit Juli 2022
EEG-Umlage abgeschafft: rund 300 € Entlastung pro Familie und Jahr
Zum 1. Juli 2022 schaffte der Bundestag die EEG-Umlage auf den Strompreis ab; die Ökostrom-Förderung zahlt seitdem der Bundeshaushalt (Klima- und Transformationsfonds). Ein Vier-Personen-Haushalt wurde damit um rund 300 € pro Jahr entlastet.
Wirkung: direkte, messbare Strompreis-Entlastung für alle Haushalte und Betriebe — Kostenpunkt für den Bund: ein zweistelliger Milliardenbetrag pro Jahr.
Quelle: bundestag.de — Plenarbeschluss
Wirksam
Wohnen · in Kraft seit 2023
Wohngeld Plus: Berechtigtenkreis von 600.000 auf ~2 Mio. Haushalte verdreifacht
Die Wohngeld-Plus-Reform (in Kraft seit 1. Januar 2023) verdreifachte den Kreis der berechtigten Haushalte von rund 600.000 auf etwa 2 Millionen und erhöhte das durchschnittliche Wohngeld von rund 180 € auf rund 370 € im Monat.
Wirkung: gezielte Entlastung von Haushalten mit kleinen Einkommen oberhalb der Grundsicherung — die größte Wohngeldreform der Geschichte. Kritikpunkt: lange Bearbeitungszeiten in den Ämtern zu Beginn.
Quelle: bmwsb.bund.de — Bundesbauministerium
Wirksam
Gesundheit · Impfkampagne 2021–2023
Corona-Impfkampagne: über 190 Mio. verabreichte Dosen
Der Bund beschaffte Corona-Impfstoffe für einen zweistelligen Milliardenbetrag und finanzierte Impfzentren und Kampagnen mit. Rund drei Viertel der Bevölkerung erhielten eine Grundimmunisierung; insgesamt wurden über 190 Millionen Impfdosen verabreicht.
Wirkung: Die Impfkampagne war zentral dafür, dass schwere Verläufe zurückgingen und die Pandemie-Beschränkungen 2022/2023 vollständig enden konnten. Aber auch hier gab es Überbeschaffung: Millionen Dosen verfielen ungenutzt — vom Bundesrechnungshof kritisiert.
Quelle: dip.bundestag.de — Dokumente des Bundestags
Wirksam
Versorgungssicherheit · gebaut 2022
Gasversorgung gesichert: LNG-Terminal in unter einem Jahr gebaut
Nach dem Wegfall russischer Gaslieferungen 2022 entstand das erste schwimmende LNG-Terminal in Wilhelmshaven in weniger als einem Jahr — inklusive Genehmigung per eigens beschlossenem LNG-Beschleunigungsgesetz. Die befürchtete Gasmangellage im Winter 2022/23 blieb aus.
Wirkung: Das eigentliche Ziel — Versorgungssicherheit — wurde erreicht und zeigte, wie schnell deutsche Verwaltung sein kann. Die Kostenseite steht dafür in der Kritik (siehe Abschnitt Großprojekte).
Quelle: bundestag.de — offizielles Textarchiv
Wirksam
Steuergeld im Ausland
Entwicklungszusammenarbeit · Zahlen 2023/2024
Entwicklungsleistungen (ODA): rund 30 Mrd. € pro Jahr
Deutschlands öffentliche Entwicklungsleistungen betrugen 2023 rund 35 Mrd. € und 2024 rund 30 Mrd. € — nach den USA lange der zweitgrößte Geber weltweit. Nur gut ein Drittel davon läuft über das Entwicklungsministerium (BMZ); der Rest u. a. über das Auswärtige Amt (humanitäre Hilfe) sowie angerechnete Kosten für Geflüchtete im Inland.
Einordnung: Größtes Empfängerland war zuletzt die Ukraine mit rund einem Zehntel der Mittel. Seit 2024 sinken die Etats; das UN-Ziel von 0,7 % der Wirtschaftsleistung wird nicht mehr erreicht.
Quelle: bundestag.de — heute im bundestag / bmz.de
Einordnung
Ukraine · seit 2022
Ukraine-Unterstützung: über 28 Mrd. € Militärhilfe zugesagt
Seit 2022 hat Deutschland der Ukraine militärische Unterstützung von über 28 Mrd. € bereitgestellt oder verbindlich zugesagt (u. a. Luftverteidigung, Panzer, Munition) — nach den USA der größte Einzelunterstützer. Dazu kommen zivile Hilfe, Budgethilfe über die EU und die Kosten für über eine Million aufgenommene Geflüchtete.
Einordnung: Die Militärhilfe läuft über den Bundeshaushalt (Einzelplan 60/14); die Bundesregierung veröffentlicht laufend aktualisierte Lieferlisten.
Quelle: bundesregierung.de — Ukraine-Unterstützung
Einordnung
Klima · Ziel erreicht seit 2022
Internationale Klimafinanzierung: Ziel 6 Mrd. € pro Jahr
Deutschland hat zugesagt, seinen Beitrag zur internationalen Klimafinanzierung aus Haushaltsmitteln auf 6 Mrd. € pro Jahr zu steigern — für Emissionsminderung und Klimaanpassung in Entwicklungsländern. Das Ziel wurde erstmals 2022 erreicht.
Einordnung: Die Mittel stammen überwiegend aus den Etats von BMZ und Wirtschafts-/Umweltministerium; angesichts sinkender Entwicklungsetats gilt die Fortschreibung als offen.
Quelle: bmz.de — Zahlen und Fakten
Einordnung
Europäische Union · laufend
EU-Haushalt: Deutschland ist größter Nettozahler
Deutschland zahlt jedes Jahr rund 30 Mrd. € in den EU-Haushalt ein und ist mit einem Nettobeitrag von zuletzt rund 17–20 Mrd. € pro Jahr der mit Abstand größte Nettozahler der Union.
Einordnung: Dem stehen Rückflüsse (z. B. Agrar- und Regionalförderung) sowie der wirtschaftliche Nutzen des Binnenmarkts gegenüber, von dem die deutsche Exportwirtschaft überdurchschnittlich profitiert.
Quelle: bundesfinanzministerium.de
Einordnung